2015/08/29
Bochum Jugendamt - Kinderhandel - Verdingkinder - Neue Vorwürfe gegen Jugendhilfeträger: Ehemaliges Heimkind irrte alleine durch die Türkei
Von Carmen Krafft
- Bild 1 vergrößern Jens Espe wurde durch WDR Berichte über Auslandsmaßnahmen wachgerüttelt
Unterkunft in einer fensterlosen Hütte
Wachgerüttelt wurde er durch einen WDR Bericht über das ehemalige Heimkind "Paul". Der 11-jährige "Paul" war 2014 ebenfalls im Rahmen einer "individualpädagogischen Einzelbetreuung" im Ausland – untergebracht bei einem Handwerker auf einem heruntergekommenen Bauernhof. Verantwortlich für die Maßnahme war derselbe Jugendhilfeträger: Die Firma "Life" aus Bochum. Pauls Schicksal erinnert Jens sein eigenes. „Ich war in einer Hütte untergebracht - eine umgebaute Scheune, ohne Fenster, ohne Türen.“ Im Winter habe er alles selbst abgedichtet.
Von pädagogischer Begleitung keine Spur
Von pädagogischer Begleitung durch seine Betreuerin habe überhaupt keine Rede sein können. „Sie hat sich mehr um sich selber gekümmert. Nach einiger Zeit war ich mir völlig selbst überlassen.“ Richtige Gespräche haben nicht stattgefunden: „Sie hat sich manches angehört, aber das war’s auch schon.“ Dafür habe er sie beim Umbau ihres Hauses unterstützen müssen oder auf die Hunde aufpassen müssen, wenn sie weg war.
Über ein Jahr ohne Schule
Besonders eines ärgert Jens: „Schule hatte ich überhaupt nicht. Ich hab mehr Langeweile gehabt als alles andere.“ Ärgerlich vor allem, weil genau in der Schule seine Probleme lagen. „Diese Probleme hätte ich in Deutschland lösen müssen.“ Zudem habe seine Betreuerin Alkoholprobleme gehabt. „Nach einem Jahr bin ich einfach abgehauen. Ich hab es nicht mehr ausgehalten.“ Monatelang habe er sich mit Jobs in Cafés durchgeschlagen – bis er sich in der Botschaft in Ankara gemeldet habe.
- Stadt Bochum arbeitet mit "Life" zusammen
Staatsanwaltschaft ermittelt
- Bild 2 vergrößern
- Gegen "Life"-Chef Gerd Lichtenberger wird ermittelt. Es besteht der Anfangsverdacht des Betruges
Gerd Lichtenberger reagiert überrascht, dass wegen möglichen Betruges gegen ihn ermittelt wird. Äußern will er sich dazu nicht. Sein ehemaliger "Schützling" Jens Espe hat hingegen lange gebraucht um mit den Folgen des Auslandsaufenthaltes in der Türkei fertig zu werden. „Im Endeffekt war hinterher alles genauso, nur noch einen Tacken schlimmer. Ich habe keinen Schulabschluss geschafft.“
Heute, 15 Jahre nach dem Auslandsaufenthalt, versucht Jens etwas für seine Zukunft zu tun, sich selbstständig machen. Die Zeit als "Heimkind", verschickt in die Türkei, hat er endlich hinter sich gelassen.
Stand: 28.08.2015, 15.55 Uhr
http://www1.wdr.de/studio/essen/themadestages/vorwuerfe-gegen-jugendhilfetraeger-life-100.html
2015/08/28
Inobhutnahme Jugendamt: Nie zum Wohl des Kindes? - Jugendhilfe: Heuchlerischer Rattensumpf, der mit Kindeswohl nichts zu tun hat. Ein Wirtschaftszweig boomt
Admin 2 Comments Jugendamt Gelsenkirchen, Jugendhilfe, Kindeswohl, RA Saschenbrecker
Inhalt: [ausblenden]
- 1 Kindeswohl vs. Ungerechtfertigte Inobhutnahme
- 2 RA Thomas Saschenbrecker über Missstände bei Familiengerichten
- 3 Erziehung ist ein Grundrecht
- 4 Gelsenkirchen – noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs
- 5 Inobhutnahme Jugendamt: Werden Kinder bewusst geklaut?
- 6 Fadenscheinige Gründe für Inobhutnahmen?
- 7 Familie unter Druck: Alles nur wirtschaftliche Interessen?
- 8 Die Vertuschung geht weiter
- 9 Die Diskrepanz: Kommerz vs. Kindeswohl
- 10 Kehrtwende Beweis für unfähiges Jugendhilfesystem
- 11 Jugendhilfe – Ein Wirtschaftszweig boomt
- 12 Inobhutnahme Jugendamt: Helfen ist keine Option
Kindeswohl vs. Ungerechtfertigte Inobhutnahme
Das Kindeswohl ist zu schützen. Um jeden Preis!? Zunächst mag man davon ausgehen, dass bei einer Inobhutnahme Jugendamt und Familiengericht richtig handeln. Lieber ein Kind zu viel aus der Familie herausgeholt, als abermals ein Kind zu riskieren, über dessen Tod wir in den Medien erfahren. So wäre auch unsere Denkweise gewesen, wären da nicht die vielen Missstände, die seit Jahren, gar Jahrzehnten im Zusammenhang mit der Deutschen Jugendhilfe zu beklagen sind.Bericht
Traiskirchen: Streit über Kinder geht weiter
Am Freitag waren 14 von 37 Kindern in Traiskirchen nicht auffindbar. Der Wiener Flüchtlingskoordinator Peter Hacker sprach von einem „Skandal“ und verlangte Konsequenzen - mehr dazu in Flüchtlingskinder in Traiskirchen nicht zu finden. Das Innenministerium wies die Kritik zurück und sprach von vier abgängigen Jugendlichen aus Afghanistan - mehr dazu in Asyl: Noch vier Jugendliche abgängig. Möglicherweise seien die Kinder über den Zaun geklettert und hätten sich auf den Weg in ein anderes Land gemacht.
Das Innenministerium weist diese Darstellung zurück. Es gehe um vier Kinder und Jugendliche. Ein Kind habe aus medizinischen Gründen nicht nach Wien gebracht werden können. Drei seien spazieren gewesen, als sie überstellt werden sollten.
„Es gibt Verträge. Da steht drinnen, dass eine 24-Stunden-Betreuung zu gewährleisten ist. Es geht um 13- bis 15-Jährige, die wir im Augenblick vermissen. Ich halte das für inakzeptabel, wenn diese Kinder in staatlicher Obhut sind“, sagte Flüchtlingskoordinator Hacker.
Wien könne und wolle die Zustände in Traiskirchen nicht akzeptieren. „Das ist der Grund, warum wir gesagt haben, dass wir diese Kinder aus Traiskirchen holen. Das war kein einmaliges Angebot, sondern ist ein dauerhaftes“, so Hacker.
Fünf Kinder nicht angetroffen
Am Montag wurden wieder 14 Kinder und Jugendliche aus Traiskirchen abgeholt, um sie in Wiener Einrichtungen unterzubringen. Zwei Kinder wurden in ein Kriseninterventionszentrum gebracht, zwölf - sechs Geschwisterpaare - in eine Einrichtung des Samariterbundes in Ottakring. Fünf Kinder wurden nicht angetroffen, hieß es vom Fonds Soziales Wien gegenüber Ö1.
ORF
Auspacken in Ottakring
„Es gibt Verträge. Da steht drinnen, dass eine 24-Stunden-Betreuung zu gewährleisten ist. Es geht um 13- bis 15-Jährige, die wir im Augenblick vermissen. Ich halte das für inakzeptabel, wenn diese Kinder in staatlicher Obhut sind“, sagte Flüchtlingskoordinator Hacker.
Mehrere Kinder plötzlich aufgetaucht
Hacker wolle auf die Erklärungen des Ministeriums nicht mehr eingehen, sagte er gegenüber „Wien heute". „Ich habe keine Lust, mich mit Pressesprechern des Innenministeriums herumzuschlagen über die Frage, wie viele Kinder über Zäune nach innen oder außen geklettert sind. Faktum ist, dass nicht nur Kinder fehlen, es wurden auch Kinder von uns mitgenommen, die auf keiner Liste waren. Nach der Logik des Innenministeriums muss es dort so schön sein, dass sie hineingekraxelt sind“, so der Flüchtlingskoordinator.
Wien könne und wolle die Zustände in Traiskirchen nicht akzeptieren. „Das ist der Grund, warum wir gesagt haben, dass wir diese Kinder aus Traiskirchen holen. Das war kein einmaliges Angebot, sondern ist ein dauerhaftes“, so Hacker.
Publiziert am 24.08.2015
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- http://wien.orf.at/news/stories/2728071/

2015/08/23
Wenn der Sorgerechtsstreit ins Heim führt - Nützliche Hinweise zu psychologischen Gutachten - Wichtige Informationen zu Gutachten im Familienrecht - Prävention GutachterUnwesen
Hallo Niedersachsen - 30.07.2015 19:30 Uhr
Ein jahrelanger Sorgerechtsstreit der Eltern reicht aus, damit ein Kind im Heim landet. Diese folgenschwere Entscheidung wird aber offenbar häufig zu schnell getroffen.
Nützliche Hinweise zu psychologischen Gutachten - Wichtige Informationen zu Gutachten im Familienrecht - Prävention GutachterUnwesen http://jugendamtwatch.blogspot.de/2012/07/nutzliche-hinweise-zu-psychologischen.html
Obdachlose Kinder in Deutschland
„Nicht
nass werden und nicht kalt werden, das ist wichtig“, so lautet die
Überlebensformel einer 17jährigen, die auf der Straße lebt. Sie kommt
eigentlich aus München, lebt aber seit zwei Monaten in Berlin, ohne
festen Wohnsitz. Sie hat mit 14 ihren ersten Antrag auf Jugendhilfe
gestellt. Aber ihr sei nie richtig geholfen worden, klagt sie an. Als
wir sie treffen, ist ihr Zuhause ein kleines Zelt, das in irgendeinem
Park in Berlin steht.
Wie viele Jugendliche so leben wie sie,
weiß niemand. Vielleicht einige tausend bundesweit. Die zuständige
Bundesjugendministerin Manuela Schwesig sagt im Interview mit ZDFzoom,
man habe kein Instrument, um Kinder und Jugendliche ohne Wohnung zählen
zu können. Doch wo es keine Zahlen gibt, existiert auch kein Problem. In
der Politik, gibt die Ministerin zu, setze erst langsam ein Umdenken
ein.
Oft sind die Jugendlichen aus ihren Familien geflohen. Viele
von ihnen wurden misshandelt, einige missbraucht. Das deutsche
Jugendhilfegesetz gilt als vorbildlich. Jeder Jugendliche hat ein Recht
auf Förderung seiner Entwicklung und Erziehung. Doch die Praxis sieht
anders aus. ZDFzoom kann an vielen Stellen in Deutschland dokumentieren,
dass tagtäglich Recht gebrochen wird.
Zudem wird die Arbeit von
Ämtern, Kinderheimen, Notunterkünften, Streetworkern etc. nicht
koordiniert, es fehlt die Vernetzung. Der Fehler dafür liegt im System.
Dabei ist bei den Straßenkindern oft Eile geboten: Denn je länger ein
Jugendlicher auf der Straße lebt, desto schwieriger ist es, ihn wieder
zu integrieren – und damit kostet er die Gesellschaft am Ende viel Geld.
ZDFzoom-Reporterin
Stephanie Gargosch trifft Straßenkinder in Deutschland. Sie begleitet
die Jugendlichen durch ihren eintönigen Alltag und die Nächte. Sie
bekommt mit, wie die Jugendlichen ihre Schlafplätze aussuchen und welche
Antworten ihnen die Behörden geben. Und die Autorin zeigt, wie Dänemark
Jugendlichen hilft, vom Straßenleben weg zu kommen.
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Jugendhilfeskandal weitet sich aus: 247 Heimkinder aus NRW ins Ausland verschickt
247 Kinder weltweit verschickt
Wie kann es sein, dass die Machenschaften jahrelang nicht bemerkt werden? Bei der Unterbringung von Kndern und Jugendlichen werden die Jugendämter nicht kontrolliert. So bestätigt das Landesjugendamt Westfalen gegenüber WESTPOL: "Informations- oder Meldepflichten gegenüber dem Landesjugendamt bestehen nicht. Daten werden hier nicht erhoben." Niemand kontrolliert, welche und wie viele Kinder gerade im Ausland sind.WESTPOL hat bei den 187 kommunalen Jugendämtern im Land nachgefragt, mehr als 70 Prozent der Behörden haben geantwortet. Ergebnis: 247 Kinder und Jugendliche sind in 22 Ländern untergebracht - mehr oder weniger über den ganzen Globus verteilt. Was dort genau geschieht, können theoretisch nur die Jugendämter wissen, die Kinder dorthin geschickt haben. Einige treffen ihre Schützlinge dort zweimal im Jahr. Andere beurteilen die Situation der Kinder nur vom Schreibtisch. Eine übergeordnete Aufsicht existiert nicht.
http://www1.wdr.de/themen/politik/jugendhilfeskandal-100.html
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